Obstler das fruchtige Schnäpschen
Obstler mit Pflaumen

Der Ursprung des Obstbrandes ist heutzutage nicht mehr komplett nachvollziehbar. Jedoch wird davon ausgegangen, dass mit Hilfe von Destillation das Bauernvolk im Raum Italiens schon vor über 1000 Jahren hochprozentige alkoholische Getränke produzierten. Nachvollziehbar ist hingegen, wie sich der Obstbrand seinen Weg nach Deutschland bahnte. 1351 wurde die Technik der Destillation von einem Apotheker für die Herstellung von Medikamenten eingesetzt. Im 17. Jahrhundert etablierte sich diese Technik schließlich unter einer Vielzahl an bäuerlichen Kleinunternehmen für die Herstellung von Obstbränden.


Obstler bezeichnet eine Spirituose aus Früchten wie zum Beispiel Pflaumen, Birnen, Äpfeln, Mirabellen oder Zwetschgen. Dafür werden die Früchte gemaischt. Indessen wird der Fruchtzucker einer alkoholischen Gärung unterzogen. Daraus wird durch Destillation ein Schnaps gebrandt.

Der Obstler weißt durch das Brennen ein Mindestalkoholgehalt von 37,5% Volumenprozent auf. Grundsätzlich darf ein Obstler nur aus Früchten destilliert werden, die im Namen der jeweiligen Schnäpse enthalten sind.


Obstler aus verschiedenen Früchten
Der Herstellungsprozess von Obstler

Ernte

Das Obst als Grundbestandteil muss zunächst geerntet, gewaschen und entkernt werden. Liegt die benötigte Menge des Obstes vor, wird dieses in ein großes Becken gegeben und dort zerstampft. Darrauffolgend wird zu der zerstampften Menge noch Hefe hinzugegeben, um diese miteinander zu vermengen. 

Gärung

Der Gärungsprozess beginnt. Beschleunigt werden kann dieser durch einen bestimmten Luftfeuchtigkeitsgrad sowie relativ hohe Temperaturen. Grundlegend nimmt dieser Prozess einige Wochen in Anspruch. Im Laufe des Gärungsprozesses entstehen kontinuierlich Abfallprodukte, die aus der entwickelnden Maische entfernt werden sollten.

Destillation

Nach dem Gärungsprozess wird die Maische zunächst zum Rohbrand destilliert. Darauffolgend wird das aufgefangene Destillat erneut einer Destillation unterzogen, um einen Feinbrand zu erhalten. Im Anschluss wird der Alkoholgehalt und die Zusammensetzung dessen geprüft. Durch diese Erkenntniss kann entschieden werden, inwiefern ein Brand noch Wasser sowie gegebenenfalls weitere Zusatzstoffe benötigt, damit dieser den jeweiligen Qualitätsanforderungen entspricht und von Ihnen genossen werden kann. Der typische Alkoholgehalt beträgt bei Obstler rund 40 Prozent.

Lagerung

Obstler wird nach der Destillation bis zu fünf Jahren in Fässern gelagert. Um den Schwund der Flüssigkeit, welche während der Reifezeit aus den Fässern tritt, auszugleichen, werden Obstbrände während der Zeit gelegentlich um Zuckerwasser ergänzt. Nach der Lagerung wird der Obstler in Flaschen abgefüllt und zum Verzehr ausgegeben.

Fruchtig angeschwipste Fakten - Obstler
Schönes Obst - Obstler

Obstbrände aus billigen Früchten?

Nein! Ein guter Obstler kann nur entstehen, wenn gute Zutaten verwendet werden. Dabei ist das Äußere einer Frucht nicht so wichtig. Dafür zählen die inneren Werte umso mehr. Indessen bilden der Fruchtzuckergehalt und die Brenneigenschaften der Früchte wichtige Faktoren, für die Herstellung eines schmackhaften Obstlers.

 


Oktoberfest - Bier, Schnaps, Wein

Oktoberfest Erfrischungen

Auf dem Oktoberfest ist das Angebot an verschiedenen bayerischen Schnapsspezialitäten groß. Neben dem weitverbreitetem Obstler, ist der Enzian - ein aromatischer Wurzelbrand - einer der Bekanntesten. Neben den verschiedenen Schnapsspezialitäten, gibt es ein Weinzelt für Genießer sowie die beliebten Oktoberfestbiere.

Erfahre jetzt bei uns mehr über das Bier, dass auf dem Okoberfest ausschenkt wird.


Muss Obstler brennen?

Obstler brennt im Abgang?!

Viele glauben, dass Obstbrände im Abgang brennen müssen. Dies ist jedoch lediglich ein Mythos. Denn wenn ein Obstler im Abgang brennt oder scharf schmeckt, ist in der Regel etwas bei der Destillation schief gelaufen. Grundsätzlich sollte ein guter Obstbrand eine milde Fruchtigkeit aufweisen und angenehm wärmen.